Aus Kalifornien an die TUM

Im Interview: Tina Dorosti, Studentin im neuen Masterstudiengang „Biomedical Engineering and Medical Physics“

Tina Dorosti sitzt am Schreibtisch und arbeitet am Laptop
Tina Dorosti, Studentin im neuen Masterstudiengang „Biomedical Engineering and Medical Physics“ (Bild: privat)

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Tina Dorosti hat an der Universität von Kalifornien in Davis ihren Bachelor-Abschluss in Angewandter Physik gemacht und gehört nun zu den ersten Studierenden im Masterstudiengang "Biomedical Engineering and Medical Physics" an der TUM. Im Interview spricht sie über ihre Entscheidung für diesen Studiengang und über ihre Eindrücke vom Studium im digitalen Format. Das Interview wurde über ein Videokonferenzsystem geführt.

Hallo Tina! Wo sind Sie gerade?

Ich bin in München. Ich hatte meine Reisen so geplant, dass ich schon einige Monate vor Beginn des Studiums in Deutschland sein würde. So war ich hier angekommen, bevor alles zum Stillstand gekommen ist. Ich habe Familie in Düsseldorf, die ich zunächst besucht habe, und bin dann auch an die TUM gekommen, um den Studienberater der Physik-Fakultät zu treffen. Ich hatte ursprünglich daran gedacht, mich für den Studiengang "Applied and Engineering Physics" einzuschreiben, weil das meiner bisherigen Ausbildung entspricht. Er hat mich dann aber auf "Biomedical Engineering and Medical Physics" aufmerksam gemacht und gleich mein Interesse dafür geweckt.

War es dann ein spontaner Entschluss, sich für diesen Studiengang zu bewerben?

Nicht wirklich spontan. In meiner High-School-Zeit habe ich ehrenamtlich in einer Universitätsklinik gearbeitet, so dass ich schon mit Medizin in Berührung gekommen bin. Ich habe auch immer wieder überlegt, dass es großartig wäre, etwas mit angewandter Physik zu machen, das den Menschen unmittelbar helfen würde. Deshalb hatte ich die Medizinphysik auch immer im Hinterkopf. Es ist einfach ein faszinierendes Gebiet mit einer großartigen Zukunft – ich denke da an die vielen Technologien, die gerade entwickelt werden. Also habe ich mir gedacht: Da will ich dabei sein.

Warum haben Sie sich für Deutschland im Allgemeinen und die TUM im Besonderen entschieden?


Dafür gibt es eine Reihe von Gründen. Ein Grund war, dass ich hier Familie habe und es für mich eine neue Erfahrung ist, in einem anderen Land zu leben und eine neue Kultur kennenzulernen. Für die TUM habe ich mich entschieden, weil sie eine der besten Universitäten für Physik und die technischen Wissenschaften ist – mit starker Forschung und guten Verbindungen zu Unternehmen und der Industrie.

Wie ist bisher Ihr Eindruck vom Studium?

Es ist ein sehr fundiertes Studium. Ich lerne zum Beispiel sehr viel über echte Anwendungen – wie etwa die verschiedenen bildgebenden Verfahren. Darin unterscheidet sich das Programm von meinem Studium der angewandten Physik, das stärker theoretisch ausgerichtet war. Besonders gut gefällt mir auch, dass wir uns sehr viel mit Forschung auf verschiedenen Gebieten beschäftigen: Bildgebung, Mikroskopie, Biosensoren. Ich habe mich für den Schwerpunkt Bildgebung entschieden, aber wenn ich möchte, kann ich mich später aber auch mit anderen Gebieten beschäftigen – wie der Mikroskopie oder Medizininformatik.

Ich nehme an, dass Medizin und Biologie viel Raum im Studienprogramm einnehmen. War das für Sie als Physikerin eine Herausforderung?

Ich hatte etwas Befürchtungen wegen der medizinischen Themen. Bisher habe ich aber gesehen, dass im Studium vor allem die Anwendung von Geräten in der Medizin behandelt wird. Es kommt auch etwas Biologie vor, aber da geht es nur um grundlegende Kenntnisse – wie die Zelle funktioniert und ähnliches. Es hat mir bisher keine Schwierigkeiten bereitet, dass ich keinen Abschluss in Biologie habe.

Das Studium hat im digitalen Format angefangen. Wie gut hat das für Sie funktioniert?

Ich dachte, es würde deutlich schwieriger werden. Mir gefällt die Flexibilität, die wir hier haben – wir können uns die aufgezeichneten Vorlesungen ansehen wann immer wir möchten. Wir können die Videos auch schneller oder langsamer ablaufen lassen – das sind einige Dinge, die in einer gewöhnlichen Vorlesung nicht möglich wären. Es gibt natürlich auch Nachteile – wir können nicht persönlich im Hörsaal sein und praktische Kurse wie Laborpraktika finden gerade auch nicht statt.

Sind sie mit den Dozierenden in Kontakt?

Ja. Die Dozentinnen und Dozenten sind unglaublich hilfsbereit und aufmerksam. Sie haben uns verschiede Möglichkeiten angeboten, wie wir mit ihnen Kontakt aufnehmen können, und sie bieten auch Live-Sprechstunden zu den aufgezeichneten Vorlesungen an. Oft ist es einfacher, Dinge zu erklären, wenn man über sie spricht. Die meisten Professorinnen und Professoren bitten auch regelmäßig um Feedback und fragen, wie sie die Vorlesungen verbessern können.  

Haben Sie Kontakt zu Ihren Kommilitonen?

Zu Einigen. Wir müssen zum Teil Gruppenarbeit machen oder wir treffen uns online in einem "Break-out-room". Ich habe aber noch niemanden persönlich getroffen. Wir sind auch gerade nicht sehr viele in dem Studiengang, weil viele beschlossen haben, erst zum Wintersemester anzufangen.

Hatten Sie schon Gelegenheit, München zu erkunden?

Nur ein wenig, weil ich sehr viel gelernt habe. Aber ich war schon im englischen Garten und bin auch in der Stadt spazieren gegangen und habe die alten Häuser bewundert. München ist wirklich eine großartige Stadt, und ich hoffe, dass ich Gelegenheit haben werde, sie zusammen mit meinen Kommilitonen zu erkunden, sobald sich die Lage wieder normalisiert hat.

Haben Sie vor, Deutsch zu lernen?

Ich habe tatsächlich schon ein wenig Deutsch gelernt. Ich habe vor Anfang des Masterstudiums einige Deutschkurse besucht, und da war es auch sehr nützlich, dass ich hier Verwandte habe und so die Sprache oft höre. Ich versuche auch, mit den Freunden in Kontakt zu bleiben, die ich in den Sprachkursen kennengelernt habe, um nicht so viel von der Sprache zu vergessen.

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